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Die traditionelle Unterrichtsmethode am Beispiel Taekwon-Do – Teil 5


Traditionelles Taekwon-Do

 
Das Befolgen der traditionellen Riten ermöglicht schon vor dem Unterricht eine Sammlungsphase durch die im Unterricht ein außergewöhnlich hohes Konzentrationslevel erreicht werden kann, da das Niveau mit Beginn der Schulung schon fortgeschritten ist (keine unnötigen Gedanken, die stören).

Diese extreme Konzentration auf das „Hier und Jetzt“ lässt den Übenden den Alltag, die Müdigkeit und alles Störende vergessen und eröffnet so den Einblick in Aspekte unserer Persönlichkeit, die durch unsere täglichen Sorgen und Nöte und durch eingebildete Unzulänglichkeiten im Verborgenen lagen.

Im traditionellen Taekwon-Do hat man ein mächtiges Werkzeug zur Hand – den eigenen Körper. Jeder, der schon einmal halbwegs ernsthaft Sport betrieben hat, weiß wie schnell der „eigene innere Schweinehund“ zum Vorschein kommt und bremsend eingreift. „Das Schleifen des eigenen Schweinehundes“ ist das Mittel, um aus unseren Geist einen „unbezwingbaren“ zu machen.

Ein weiteres Werkzeug ist der schon oben genannte Kiap, der mächtige „HA“- oder „AA“- Laut aus dem Unterbauch, der die Ki-Kräfte (die Lebensenergie) fördert, jeden bewussten Gedanken zerstört und somit die Führerrolle des Tagesbewusstseins zurückdrängt, damit die unbewussten, natürlichen, intuitiven, noch verborgenen Fähigkeiten in den Vordergrund treten können.

Traditionelles Taekwondo kann schon in den ersten Monaten / Jahren erstaunliches bewirken und selbst den unruhigsten Geist zum Stillstand bringen.

 
 

Autor: GM Harald Peter, Copyright © 1991